NEUE CD AUTOVÍA – DEUTSCH

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Hier folgt eine Präsentation des neuen Albums AUTOVÍA. Offizieller Veröffentlichungstermin: 16.September 2016.

Beim Scrollen nach unten findet man eine Kurzbeschreibung zum Inhalt und einen ca. 1-2 minütigen Teaser zu jedem einzelnen Song.

Neueste Kritiken (Auszüge):

“Ein berückendes musikalisches Roadmovie.”

“Seinen Erzählungen will man, seinen sanften Klängen muss man lauschen.”

Karsten Rube, FOLKWORLD, Dec 2016

“Ein außergewöhnlich poetisch flanierendes Singer/Songwriter-Album.” 

” Meisterhaft” 

 

“…George Leitenberger, der, getragen von seiner Band, mit einer ebenso stabilen wie betörenden Leichtigkeit zwischen Bodenhaftung und träumerischer Luftgeisterei schwebt.”

 

 “Ein packendes Plädoyer für die Freiheit in jeder Beziehung”  

 

Christian Beck, FOLKER, Nov 2016

 

“Wunderschön arrangierter Kammer-Folk-Jazz.”

 

“Auf der vergeblichen Suche nach passenden Referenzpunkten ist festzustellen, dass AUTOVÍA ein Album ist, das es für sich allein zu entdecken gilt.”

 

“Perfekte Aufnahmen… machen AUTOVÍA zu einem besonderen Vergnügen.” (SCHALL.MAGAZIN, Oct 2016)

 

“Umwerfend…geradezu cinematographisch.” (AMUSIO, Sep 2016)

 

“Famos…das Ganze entwickelt magische Sogwirkung.” NÜRNBERGER NACHRICHTEN, Sep 2016)

 

” Ein grossartiges Album” (BELGISCHER RUNDFUNK, Sep 2016)

 

“TOP!” (5 von 5 Sternen – INMUSIC, Sep 2016)

 

“…eine musikalische Weltreise, ein Roadmovie…dieses Album evoziert Springsteen in seinen akustischen Momenten, J J Cale, Stephan Eicher…und ist gleichzeitig tief persönlich. Ein “Travelogue”-Album, bei dem man gerne auf dem Rücksitz Platz nimmt und mitfährt.” (MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK, Sep 2016)

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“Ich bin begeistert – diese so intensiv gespielte Kammermusik erreicht mich direkt und geht in die Seele.”   Manfred Maurenbrecher über “AUTOVÍA” (s. weiter unten: Die Liner-Notes zu AUTOVÍA von Manfred Maurenbrecher)

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GEORGE LEITENBERGER  – AUTOVÍA

CD 2016

Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch

Dauer: 68 Minuten

 

Kommentar zu “AUTOVÍA” – von George Leitenberger

“AUTOVÍA” ist eine Sammlung von elf Stücken, manche kurz, manche lang, manche bewusst Einflüsse und Anklänge zitierend, manche fliessend, manche hippelig, manche monoton, manche munter. Manche der sogenannten Wurzeln liegen im Mississippi Delta, manche im Berlin der 1920-er-Jahre, manche in den Appalachians, manche in der Levante, manche in der französischen Musette. Die Themen sind u.a. Vergänglichkeit, Vergebung, die allgegenwärtige, bewusstseinsverändernde digitale Überwachung, Hysterie und Fanatismus, Genf, die “Stadt der Menschlichkeit” (Eigenwerbung) und schliesslich die Wunder und Wunden der Liebe.

Das Album öffnet mit

1. WETTERLEUCHTEN 

Unterwegs im Maghreb. Jemand steht am Fenster des Bahnhofshotels und sieht am Horizont einen Zug näher kommen, weit entfernt flackert Wetterleuchten hinter den Bergen. Im Vordergrund die geschlossenen Eisenbahnschranken. Davor und dahinter die Wartenden. Der Text ist der innere Monolog des Beobachters, der sich wünscht, unsichtbar zu sein und der das vor den Augen Geschehende  und das im eigenen Leben Geschehene parallel reflektiert, was in ein Bewusstwerden der eigenen Vergänglichkeit mündet. Die Person am Fenster ist dabei, ohne dabei zu sein, ein teilnehmender Beobachter. Mit anderen Worten: ein Fremder.

Musik: George schrubbt zwei Akkorde auf der J-200 und im Chorus ein paar Pickings auf der Guitalele, Klaus’ Piano “manzarek-ed”, Maries Bassklarinette zaubert einen dunkler werdenden Abendhimmel hinter die Worte.

2. GENÈVE 

Genève la belle! Stadt der Menschenrechte, Stadt von Rousseau, Calvin, Dunant und Servet. Stadt, in die Jorge Luis Borges zum Sterben kam, Stadt der unzähligen Sprachen…und heute Stadt der Ölhändler, der Scheichs, der Grossbourgeoisie. Ein Diplomatenmekka mit wunderschönen (geschlossenen) Türen zu unbezahlbaren Wohnungen. Eine Stadt, die jeder irgendwie zu kennen glaubt, die aber ihre Geheimnisse für sich behält. 2003 bin ich aus familiären Gründen von London an den  Lac Léman umgezogen.

Musik: Ein bewusst gediegenes Tänzchen im 6/8-Takt, Marie spielt ein fein-melancholisches Solo auf der Bassklarinette.

3. THE WAY THE WEST IS WON

Das Lied ist eine Umkehrung der alten mythengespickten Geschichte von der Eroberung des Wilden Westens “How the West was Won”. Seit 9/11 erobert sich “der Westen” selber und ist dabei, seine offenen Gesellschaften zu deformieren durch Aushöhlung der Menschenrechte und permanente militärische Interventionen. Und im Inneren durch die jederzeit mögliche permanente Überwachung von dir und von mir.

Benjamin Franklin hat einmal folgende Worte gefunden: “If you give up your freedom for security you lose both.”

Musik: Hillbilly-music aus den amerikanischen Appalachians, ein Stew aus Scottish, German, Irish und African immigrant music. Als Gast konnten wir Maries Schwester Charlotte dazu bringen, es als klassisch geschulte Geigerin mal mit Hillbilly zu versuchen – es war ein reines Vergnügen. Roddy lässt seine F-4 Mandoline zirpen, George pickt 5-string-banjo und seine J-50, Klaus spielt blues-licks auf dem Klavier, Sébastien zupft den Kontrabass.

4. AUTOVÍA

Die deutsche Wendung “zum Sterben schön” drückt ihn wohl am besten aus, den Moment, in dem man sich unsterblich verliebt. Jorge Luis Borges sagt:

“Being with you and not being with you is the only way I have to measure time.”

…und natürlich erzählt  AUTOVÍA ganz ruhig von der stillen, doch immensen Wucht, mit der sich wahrhaftige Veränderungen ankündigen.

Musik: Ein bisschen Bruce von “Tom Joad”, seinem besten Album. Die Gibson J-200 in open D, Klaus an Klavier und Akkordeon, Henri am E-Bass, Michaël mit unkonventionellen Schlagzeug-Tupfern auf dem Tama.

5.LOOKING FOR AMERICA

Ein junger Kerl auf der Suche nach der “Baby Bar” des nachts in Spokane, Washington State. Unterwegs in einer Kultur, in der ein einzelner Fußgänger den Verdacht einer Polizeistreife erregt. Man fällt auf – als Europäer.

Musik: Ein wenig Early-Nineties-feel auf der J-50. Henri spielt Hendrix-licks auf der Tele, George sein 5-string-Banjo und die J-50.

6.BIGDATORES

Edward Snowden, ein weiterer grosser Amerikaner, drückt es so aus:

“Under observation we act less free, which means we effectively are less free.”

BIGDATORES ist ein Wortklon aus Big Data, Diktatur und Conquistatores. Bigdatores werden in zunehmendem Mass unser Verhalten bestimmen, öffentlich sowieso und privat leider auch – kein angenehmer Gedanke. Aber wohl die Zukunft. Das Stück endet mit einem kurzen Zitat von Anna Thalbach und der Melodie des Kinderspiels “Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein…”

Musik: Ska-offbeats auf der Mando, Charlotte spielt eine recht rasante Geige, die zuweilen etwas Brecht/Weill-iges verströmt. Klaus hält das ganze Stück mit seinen Keyboard-Figuren zusammen.

7.HEAVENS

John Steinbeck, ein anderer grosser Amerikaner, sagt es so:

“The free exploring mind of the individual human is the most valuable thing in the world.”

HEAVENS ist eine Forderung nach Gedankenfreiheit im Angesicht von Fanatikern, die ihre Selbstverwirklichung durch Selbstaufgabe von sich und besonders natürlich von anderen erreichen wollen. Da ist dann, wie immer, der Weg zur  Schlachtbank für die, die andere Vorstellungen haben, recht kurz.

Musik: J-50 in open G, Henri verstreut ear-candy auf der Tele, Roddy zupft elegische Lines auf der Mando, Klaus webt einen Soundteppich auf dem Akkordeon und spielt zarte Pianokaskaden.

8. MIT AUFRECHTEM GANG

Ein Cover des Degenhardt-Traktats. Mag sein, dass es noch eine Zeit dauern wird, aber wenn künftige Historiker die Seiten ihrer Arbeit schreiben wollen, in denen es um die Gemütsverfassung der alten BRD in den 60ern und 70ern geht, dann werden sie sich ohne Zweifel anhand der Songs und Schriften dieses grossen deutschen Sprachmagiers in das zerrissene Herz der Bonner Republik vortasten können.

Musik: Wir haben uns erlaubt, FJDs Ballade in einen hypnotischen Blues zu kleiden. Die J-50 spielt ein monotones Blues-lick, Sébastiens Kontrabass wummert, Henri spielt Knopfler-licks von Sultans of Swing rückwärts auf der Tele, Michaël touchiert das Tama, dazu ein paar Hammond-sounds und Harp.

9. BIZOUS FLY

Ein privates Lied für George’s kleine Tochter Zora-Lou zu ihrem 4. Geburtstag. “Look Papa, I’m making the sun with my eyes” – lachend gesprochen an einem grauen Februartag: das Wunder des Lebens. Bizous ist das französische Wort für Kuss, das FLY dazu stammt auch von Zora-Lou und das Ganze bedeutet Luftküsse.

Musik: Ein simpler Happy-Song in 4/4.

10. THE KEY TO TEA

Noch ein kleines Lied, diesmal über die Freuden einer sehr privaten 5 o’clock tea-time auf einer äolischen Insel vor Sizilien.

Musik: Die Band dudelt Bossa-esque, Henri spielt diesmal andere Hendrix-licks auf der J-50, Marie ein steinerweichendes Schmuse-Solo auf der Bassklarinette.

Und das Album schliesst mit

11. VON WEGEN

Der Film von Claude Sautet ist vorbei, eine Frau verlässt das Kino. Sie schlendert lange durch die Stadt und geht schliesslich in eine Bar. Sie hat die Brücken verbrannt zu Menschen, die sie hintergingen, durch Verzweiflung gelernt zu Vergeben, aber beschlossen, sich nichts mehr gefallen zu lassen – auch nicht von sich selber. Sie hat begriffen, dass alles, was sie wirklich vom Leben wollte (wie man so sagt) auf der anderen Seite ihrer Ängste zu finden sein wird. VON WEGEN ist gewissermassen die Vorgeschichte des Songs “Auf Reisen” vom 2007er Album “Stiller die Spur”.

Musik: Die grosse Ballade in open D. George pickt die J-200 in dieser an eine Harfe erinnernden Stimmung, ganz zum Schluss zeigt sie ihren unglaublich vollen Sound, wortwörtlich “zum Ausklang”. Klaus, der wieder seine perlenden Klavierläufe spielt, die, wie so oft, das ganze Stück in ihrer eigenen leichten Unaufdringlichkeit tragen. Die Stimmlage ist im Grunde genommen gut eine halbe Oktav zu hoch für George. Ein erster Übungs-Take ohne Drops, den wir aber drauf liessen, weil er es irgendwie schaffte, die Spannung in dieser recht langen Erzählung zu halten.

AUTOVÍA – das Leben lang da runter…

Von Manfred Maurenbrecher

Wir drehen uns hier und da um und wir sehen ‚niemand zählt‘ “ … diese Art von Einsamsein prägt die Musik von George Leitenbergers neuer Liedersammlung. Das Kinderspiel mit dem Zählen bis Hundert, dem Weglaufen und Verstecken zum Rhythmus der Zahlen, das macht einen wichtig, macht das Rennen und Ducken und sich einhüllen mit irgendwas zu einem Rollenspiel und bringt einem wohlige Schauder, macht den Fliehenden zum angstvoll Glücklichen. Und heftig die Erfahrung, wenn die Kinderclique sich inzwischen umorientiert hat, schon was anderes vor, wenn die Freunde schon gar nicht mehr wissen, was da gerade noch angesagt, was bis eben Das Spiel war. Da hockt man dann, hat das perfekte Versteck, der Zähler müsste eigentlich bei 98 sein mittlerweile – und man möchte so gerne gesucht werden. Und irgendwann ja auch entdeckt … Kinderkram. Leben ist, dass keiner zählt. Musizieren ist, dass man sich Freude dorthin holt, wo jederzeit die Verzweiflung aufbrechen könnte. Dass man mit Eleganz, Temperament und Erfahrung über die Gruben hinwegsteigt, die jetzt nicht mehr als Verstecke dienen, sondern zu lebensgefährlichen Fallen zu werden drohen. Dass man unterwegs für dies Tun auch wieder Freunde findet. Mit denen man diese hochgespannten Ideen von früher gar nicht mehr teilt – weil man sowas nicht teilen muss. Erwachsensein heißt, das alles bloß nicht zu überreizen. Es zu ergründen, schon – zu übertreiben nicht mehr.
Vielleicht heißt Erwachsensein sogar, das Ganze neu als Spiel zu entdecken. Sehr private, sehr zeitgemäße Themen blitzen in Georges’ neuen Liedern auf, aber mir klingen sie nie nach Ansagen, weder die Versicherung einer großen Liebe noch die Zuneigung zu einem Kind noch die Erbitterung darüber, dass jede Privatheit aus unseren Leben vertrieben wird. Sie klingen alle nach Fluss und nach Treiben – und die tiefe, melodiöse Stimme des Sängers ist so in den Chor der Instrumente eingearbeitet, dass sie kaum einmal sticht oder solistisch aufmerksam machen will – sie treibt, treibt an und treibt mit. Damit das alles so schön klingen kann, wie es klingt.

War die vorige Liedersammlung, Café Comercial, noch ein Album über das Reisen, ist diese das Reisen selbst. „Wie der Wind weht, durch und durch geht.“ Lieder eines unabhängigen Geistes, der scharf beobachtet, manchmal benachbarte Geister zitiert, voll Zorn über Falschheit, voller Liebe für seine Nächsten und immer aufgelegt zu einem kleinen Spiel in dem großen. Ziel unbekannt … freie Fahrt …
©MM 6.1.16

Musiker:

Nadine Allal – backing vocals; Michaël Chapon – Schlagzeug; Henri Don Jeany – E-Bass, E-Gitarre, Sounds; Klaus Eichberger – Piano, Akkordeon, Orgel; Sébastien Gross – Kontrabass; George Leitenberger – Gitarren, Banjo, Guitalele, Harp, Vocals; Roddy McKinnon – Mandoline, Gitarre, backing vocals; Charlotte Mercier – Violine; Marie Mercier – Bassklarinette, backing vocals

Studio: Henri Don Jeany, Coda Productions, Blvd. Carl Vogt, Genève

Mix: Henri Don Jeany, George Leitenberger

Produzent: George Leitenberger

Alle Songs von George Leitenberger, ausser “Mit aufrechtem Gang” – Text und Musik von Franz-Josef Degenhardt

(Fast) alle Musiker, die AUTOVÍA einspielten:

AUTOVÍA_George Leitenberger_Pic_P1010055Roddy McKinnon, Sébastien Gross, George Leitenberger, Marie Mercier,  Zora-Lou, Nadine Allal, Michaël Chapon, Klaus Eichberger

Charlotte Mercier*Mademoiselle Charlotte Mercier

Das dritte Album mit:

2015-11-28 16.35.33 copy 2Mister Henri Don Jeany


COVER_CD_AUTOVIA

Livret du CD conçu par Eva Hermes

www.evahermes.com